LC/MS-Beratung
Der gesamte Vorgang von der Definition über die Anschaffung eines
LC/MS-Gerätes bis hin zur Inbetriebnahme und ggf. Einbindung in ein
Qualitätssicherungssystem, ist sehr komplex und wird gerne unterschätzt, selbst
von Fachleuten, die bereits jahrelange Erfahrungen in der HPLC besitzen.
Ausgangspunkt ist die DQ, die Design Qualification, bei welcher
Aufgabenstellung und Budget gegeneinander abgeglichen und der geeignete
Gerätetyp ausgewählt werden. Einen ersten Überblick ermöglicht eine Marktübersicht, zum Verständnis der Begriffe
dient ein Glossar. Die in Frage kommenden
Hersteller werden kontaktiert (nicht jeder hat alles) und erste Angebote
eingeholt. Für die Geräteauswahl kommt eine interne Checkliste zum
Einsatz, die vor allem technische (Mindest-)Anforderungen abklärt.
Danach müssen Demoproben ausgewählt werden, die repräsentativ und
selektiv sind, dazu benötigt man Erfahrung über die Geräte, die bei neuen oder
zukünftigen Anwendern normalerweise noch nicht vorhanden sind. Alltagsproben
können o.K. sein, müssen es aber nicht. Neben dieser Auswahl sollten auch die
Demos bei den Herstellern begleitet werden. Dabei ist es wichtig, auf Augenhöhe
mit den Applikationschemikern zu sein, um die z.T. komplexen Zusammenhänge und
Ergebnis-Interpretationen zu verstehen und ggf. auch kritische Punkte
herauszuarbeiten, die gerne übergangen werden.
Die nächste oft unterschätzte Hürde ist die IQ, die Installation
Qualification. Wobei hier zunächst dem Anwender die Hauptaufgabe zukommt, eine
geeignete Infrastruktur zu schaffen. Das umfasst Strom- und Gasversorgung
(nicht trivial), Stellplatz, Bodentragfähigkeit, Abluft und Lärmemissionen.
Hier sind oft Nebeninvestitionen notwendig, die meist überhaupt nicht im Budget
eingeplant sind. Praktisch alle Hersteller liefern und installieren jedoch
erst, wenn der Nachweis über die sog. Site Preparation erbracht ist.
Wird schliesslich installiert, erfolgt die Geräteabnahme mit einem Check
der Spezifikationen (Specs). Wenn eine spezifische Abnahme geplant ist, muss
das vorher im Kaufvertrag ausgemacht und vom Hersteller akzeptiert werden,
sonst ist das nicht möglich. Die Abnahme gegen die Hersteller-Specs erfolgt
durch die sog. OQ, die Operational Qualification, das ist Pflicht.
Eine darüber hinausgehende OQ/PV (Operational Qualification /
Performance Validation) muss separat ausgemacht und bezahlt, ggf. auch in
Eigenverantwortung durchgeführt werden. Die dazu geeigneten Prüfsubstanzen
müssen besorgt, in entsprechender Konzentration hergestellt und die
Prüfkriterien erarbeitet werden. Wenn man also nicht nach Hersteller-Vorgaben
prüft, müssen die entsprechenden Daten und Erfahrungen zunächst erarbeitet
werden.
Für die tägliche Arbeit ist dann ggf. ein System-Eignungs-Test (System
Suitability Test, SST) notwendig, der vor sensiblen Messreihen durchgeführt
werden muss. Dieser SST sollte an die Aufgabenstellung und den jeweiligen
Messmodus (Interface, Polarität) angepasst sein und Aussagen über die Systemeignung
und den aktuellen Zustand des Gerätes liefern, ohne jedoch „messverhindernd“,
d.h. zu aufwendig, zu sein. Ein Artikel
erläutert die allgemeine Vorgehensweise, einige Standards dafür sind bereits
kommerziell erhältlich. Dazu kommt noch die Wahl der richtigen Lösungsmittel
und Chemikalien, was auch nicht trivial ist.
All diese Aufgaben setzen ein Mindestmass an Know-how voraus, welches
Einsteiger in die LC/MS-Technik nicht immer mitbringen. Klassisches
Lehrbuch-Wissen über die Massenspektrometrie hilft oft auch nicht weiter, da
sich die LC/MS in vielen Dingen stark von der klassischen MS-Technik unterscheidet.
Eine Fach-Beratung sichert einen schlüssigen Entscheidungsprozess und kann
kostspielige Irrwege oder sogar Fehlentscheidungen vermeiden helfen. Fordern
Sie ein Beratungs-Angebot von mir
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